Damals und heute …

In den  letzten Tagen ist wieder so viel passiert, dass ich kaum dazu gekommen bin, nachzudenken. Ja, mit Blog schreiben verstehe ich nicht nur einfach kochen, Rezept reinklatschen, sondern auch eine Geschichte zu erzählen, mal lustig und mal etwas nachdenklicher. Mal einfach Frust auslassen, dass das Erwachsenenleben keine großen Knaller beinhaltet und dass wir dafür selber sorgen müssen, mal etwas besonderes zu erleben.Mein Geburtstag…wieder mal… 35 bin ich die Tage geworden. Wenn ich an die letzten fünf Jahre denke, an meinen 30 Geburtstag auf Zypern in einem schönen Restaurant mit Blick aufs Meer, mit meinem Mann und Tochter, dann muss ich auch daran denken, wie sehr ich mich verändert habe, nicht nur vom Charakter sondern auch kulinarisch. Ich habe gar nicht gekocht, höchstens an Wochenenden. Gebacken wirklich gelegentlich. Ich habe liebend gerne Fisch gegessen, Pizza und viel Käse. Und ich habe mir sehr gewünscht, weitere Kinder zu haben. Als mein Sohn auf die Welt kam, habe ich angefangen zu kochen. Ich war viel zu Hause, er hat viel geschlafen, ich viel in der Küche gelernt, ausprobiert, kochen und backen lieben gelernt. Meine Tochter war begeistert, mein Mann auch. Endlich eine typische Mama mit Kochschürze, es duftete öfter nach Essen in unserem Haus und nicht nach “ ruf sofort die Feuerwehr an“  Wir haben 2-3 Mal die Woche zusammen gebacken, gekocht, geschnippelt. Der kleine Mann machte ein Jahr später mit, aus seinem Essstuhl. Wir haben Musik gehört, gelacht, Teige / Soßen gerührt und mehr, Videos gedreht und jede Menge Spaß und gutes Essen gehabt. Leo steht mittlerweile viel lieber im Garten rum und „repariert“ alles mögliche mit seiner Plastik-Bohrmaschine oder wütet mit seinem Fahrrad durch die Terrasse. Lea ist bis heute gerne in der Küche bei mir und schlägt Eier in die Schüssel, nimmt oft etwas selbstgemachtes mit zu den Freunden / in die Schule. Und unsere kleinste Tochter ist im Moment tüchtig in Schränke ausräumen, Gläser aufmachen, Inhalt mit den Fingern rausholen und kosten. Mixerstäbe sauber lecken, das ist auch ihre Aufgabe bei unserem gemeinsamen werkeln in der Küche.
Damals auf Zypern habe ich Fisch bestellt, mit Beilagen und schönem kleinen Salat und als der Besitzer zu uns kam und fragte, wo wir herkommen, antworteten wir wie üblich,dass wir aus Polen wären. Er trommelte dann alle seine Mitarbeiterinnen an zu uns und wir haben uns wie wild auf Polnisch unterhalten. Maria, Anna, Zofia- sie waren alle aus Polen. Mein Mann allerdings ist aus Deutschland und kennt auch ungefähr gerade mal so 30 Wörter aus dem Bereich essen/ trinken. Es war schön, das Restaurant, der Blick aufs Mittelmeer, der schöne weiße Sand, die Sonne. Heute in diesem Restaurant hätte ich keinen Fisch bestellt, denn ich esse den nicht mehr. Ich würde einen riesengroßen Salat bestellen, mit Brot: Bruschetta oder frisches Baguette – ganz egal. 2 kleine Stücke Brot und frisches Gemüse mit Dressing: bunt und leicht.
Deswegen zu meinem Geburtstag ein leckeres Rezept: Salat und Brot in einem.

Spargel-Brot-Salat
Für 2 Personen:

100 Gramm Ciabatta ( dünne Scheiben )
1 Knoblauchzehe
500 weißer Spargel, geschält
Salz
300 Gramm gemischte Tomaten
1 Römersalatherz
4 El. Balsamicoessig
Zucker, Pfeffer
6 El Kürbiskernöl
Ein paar Basilikumblätter

Ciabatta im vorgeheizten Ofen ( auf 220 Grad ) auf dem Rost 5 Minuten hellbraun rösten. Mit der Knoblauchzehe einreiben.
Spargel in Stücke schneiden und kurz im Salzwasser kochen ( 3-4 Minuten ) Tomaten je nach Größe halbieren oder Vierteln. Salat grob schneiden.
Aus Essig, etwas Wasser, Salz und Zucker und Pfeffer Dressing vorbereiten. Öl hinzufügen. Spargel, Tomaten und Salat auf dem Teller einrichten, mit dem Dressing mischen, Brotscheiben dazulegen. Mit Basilikumblättern bestreuen.

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