Vor middlelife Krise ???? Ja…mag schon sein ….

Es gibt Momente in unserem Leben, oder Menschen , die uns sprichwörtlich die Flügel verleihen. Der Alltag ist so grau, immer diese Minderwertigkeitsgefühle: ich bin zu dick / ich esse zu ungesund / ich schaffe gar nichts mehr alleine / wieder nur Fernsehen am Abend / wieder zu viel geschlemmt / Sport am Tag: 0 Minuten oder auch das übertriebene Jammern, wie das Leben so ungerecht wäre usw. Das Erwachsenenleben ist zum Verzweifeln langweilig und monoton.
Und dann brauchen wir die Wende….Urlaub wie mit 20 …Backpack, aber mit Koffer ( schont ja den um 15 Jahre älteren Rücken😅) und etwas vernünftiger, aber doch spontan.

So ging es mir vor der Reise nach Südamerika. Jahrelang nur Ostsee / Nordsee/ Bayern mit Familie, wenn Fernreisen, dann Luxus. Jens und ich, seitdem wir mehrfache Eltern sind, sind auch bequem geworden. Bloß nicht ungeplant und irgendwo… wir haben ja 3 Kinder. Alles musste immer durchdacht sein. Diese Monotonie , ich habe etwas vermisst , etwas mehr ja spontanes, was mich total durcheinander bringen würde. So dass ich mich auch wieder neu sortieren kann. Vielleicht hatte ich ja „vor – midlife crisis“ gehabt???? Und dann noch oft geklagt : kaum
Zeit , kaum Freiraum , kaum „gar nichts für mich“.

So habe ich das Leben auf den Kopf gestellt und bin spontan nach São Paulo geflogen. Nur Hin- und Rückflugdaten kannte ich, mehr auch nicht. Ich hatte auch ein paar berufliche Termine, das stand auch fest. Eine verrückte Idee, die Südamerika mit unseren Systemen vor stinkendem Abwasser zu retten. Ich weiß nicht, was verrückter war: die Idee oder die Reise selber…

Die ersten zwei Tage São Paulo waren alles andere als schön. Die riesige Stadt, die vielen Obdachlosen, Dreck auf den Straßen überall , alte verwüstete Häuser. Aber ich hatte Zeit, meinen Freiraum und ich wusste nicht so wirklich etwas damit anzufangen 😅. Das Hotel war grausam …Nicht mal das Betätigen der Dusche konnte ich verstehen. Dank der Hilfe von Luc, einem Schweizer, den ich auf dem Flughafen kennengelernt habe, konnte ich dann mit seinen what’s app Ratschlägen nach Minuten duschen 😅😅😅
Da ich auch gar keinen Reiseführer , Stadtplan, und auch kein Internet draußen hatte ( das mit dem
Internet war eine kleine Überraschung 😅) habe ich mich treiben lassen, sehr oft in die falsche Richtung allerdings. Luc, vielen Dank hier an dieser Stelle auch! Du warst mein Reise  Guide. Ohne dich hätte ich wahrscheinlich nicht so viel gesehen 😊

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IMG_6360IMG_6342Was mich sehr faszinierte, waren die kleinen Lokale zum Essen. Ein Buffet mit Reis, Bohnen ( das durfte nicht fehlen ) dann Kartoffeln gekocht / frittiert / gebacken. Brasilianer lieben frittiertes über alles, ich ja nicht so 🙄🙄🙄 Ich habe natürlich nur hoffen können, dass auf meinem Teller kein Fleisch liegt. Ich wusste ungefähr 20 Worte auf Portugiesisch, die auch in allen schwierigen Momenten der Reise leider nicht nützlich waren, also konnte nicht fragen 🙄 Meistens waren die Restaurants, obwohl nicht so äußerlich nett ( ganz milde ausgedrückt ), gut besucht. Also vergleichsweise würde mir nur eine deutsche Autowerkstatt oder unsere Produktionshalle einfallen …aber das Essen war sehr gut und einfach, sehr vielfältig. Abends ziehen dann die Verkäufer durch die Stadt, haben ihre mini Grills dabei und verkaufen Fleischspieße. Maiskolben werden frisch in großen Töpfen gekocht oder als Pudding mit der gelobten & geliebten Kondensmilch ( sehr interessantes Geschmack ) angeboten. Street food auf brasilianisch. Plus der Markt !!! Mit der enormen Auswahl an Obst !!!! Ich konnte andauernd etwas essen.

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Letztendlich habe ich in São Paulo 4 Tage verbracht , habe die Stadt angefangen, zu mögen und zu verstehen. Das war auf meiner Reise ein Signal, weiter zu ziehen. In eine Stadt, die zwar wunderschön ist, aber einen „auch nicht Schinken essenden“ – Vegetarier zum Schwitzen bringen kann- Buenos Aires. Das erzähle ich aber im nächsten Blog. Ich hoffe auch sehr, dass ich ab jetzt öfter posten kann. Das fehlt mir so, auch auf anderen Blogs vorbeischauen vermisse ich sehr. Nun genug gejammert …zum heutigen Rezept. Brokkoli mash | Rotkohl | Kartoffeln & Steckrüben.
Steckrüben sind genial, wirklich! Kalorienarm ( 38 Kalorien pro 100 Gramm ) billig, als Suppe mit etwas Kartoffeln sättigend. Ich liebe sie in jeder Form. In dem Rezept gebraten. Meinen Rotkohl mache ich allerdings auch selber. Wenn man eine Küchenmaschine besitzt, ist das kleinschneiden im nu erledigt und man hat eine wunderbare Beilage , die viel besser schmeckt als gekauft im Laden. Das Rezept kommt gleich hinterher…ich hoffe es wenigstens …😅

Broccoli mash | Kartoffel & Steckrübe | Rotkohl.
Für 4 Personen

4 große Kartoffeln
1 Broccoli
1/2 Steckrübe
Salz und Pfeffer
2 El Schmand
Ein paar Champignons
Rotkohl als Beilage
Eventuell Mandelblätter , Pinienkerne, ähnliches zum Garnieren.
Öl für die Pfanne.
Kräuter nach Belieben ( ich hatte Kräuter der Provence )

Kartoffeln und Steckrübe in mittelgroße Würfel schneiden. 12 Minuten in reichlich gesalzenem Wasser kochen. Den Broccoli in Stücke schneiden und entweder 7- 8 Minuten dämpfen oder im
Wasser 7-8 Minuten kochen. In dieser Zeit wenn gewünscht die Mandelblätter / kerne in einer Pfanne ohne Öl etwas braten.
Champignons in Scheiben schneiden.
Das Wasser abgießen, Öl in der Pfanne heiß machen ( ich nehme um 1 El Öl und gieße eventuell nach Bedarf was dazu ) Kartoffeln und Steckrüben unter Wenden goldgelb braten und mit Pfeffer und Kräutern würzen. Nach Bedarf auch salzen. Auf die Holzspiesse abwechselnd Kartoffeln, Steckrüben und Champignons aufspießen.
Den Broccoli mit dem Kartoffelstampfer oder auch Gabel zerdrücken und Schmand zugeben. Mit Salz und Pfeffer würzen.
Auf dem Teller erstmal Broccoli mash platzieren , darauf Spieße legen. Mit Rotkohl servieren, mit Kern & Mandel garnieren.

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