Meine Schwiegermutter kocht nicht gerne. Es liegt ihr nicht. Unseren Kindern schon. Die freuen sich, bei Oma in der Mittagszeit zu sein. Schnitten mit Leberwurst , kleine deftige Vierecke sorgfältig, kindgerecht geschnitten, auf einem bunten Frühstücksbrett. Fischstäbchen mit Ketchup, Milchreis mit Zucker…Die Liste wäre dann schon zu Ende. Liebe zum Kochen hin oder her. Ein bisschen verwundert war ich doch letztens, an einem Nachmittag im Sandkasten, als mein Sohn mir ernst erzählte : er würde jetzt Gulasch kochen …aus Metall …wie Oma …
Das sind die Momente des Tages, wo ich so laut lachen möchte, unterdrücke es aber und bleibe interessiert, koste mehrmals den Gulasch aus Metall und lache mich dann kaputt abends auf dem Sofa, wenn ich mich nur  an diesen Augenblick erinnere.
Gulasch habe ich nie gerne gegessen, würde es heute auch nicht mögen, auch den aus Metall nicht. Dafür Currys, besonders mit Erbsen und Kokosmilch.
Da ich in der letzten Zeit viel indisch koche, und mir schon eine Grundausstattung an Gewürzen zugelegt habe, haben wir, Jens und ich, uns eines Abends vorgenommen, indisch auswärts zu essen, zum ersten Mal, zwecks Anregungen holen. Das Essen war überraschend gut, wir hatten beide ein Gericht mit Panirkäse. Mein Matar paneer: eine schöne, cremige, gelbe Soße, grüne Erbsen und rote Tomatenstückchen mit weichem, mildem Käse – einfach perfekt, Duftwolke von verschiedenen, gebratenen Gewürzen. Das ist mein „Küchenohrwurm“, minimum 2 mal die Woche mit Basmati Reis zum Abendessen. Bald auch als Tunke für Naanbrot.
Es ist ziemlich schwer, Panirkäse zu bekommen. Er schmeckt wie Mozzarella, ist aber fester. Er ist mild und milchig im Geschmack. Es gibt viele Seiten, die die einfache Herstellung zu Hause erklären, ein Beispiel:

http://www.smarticular.net/panir-gesunder-indischer-frischkaese-selbstgemacht/

Aus einem Liter Milch und etwas Zitronensaft habe ich 100 Gramm Käse gewonnen, nicht gerade viel.
Oder mal den Käse durch eingelegten Tofu ersetzen, das ist auch sehr lecker? So was wie vegane Variante.

Einen  anderen milden Käse probieren, geht auch.
Das Rezept liest sich etwas kompliziert an, die vielen Gewürze und Zeitaufwand. In der Wirklichkeit geht es so schnell und die Soße ist fertig, wenn der Reis noch kocht. Ich bin davon überzeugt: wenn irgendein Gewürz nicht vorhanden ist, ist es nicht relevant. Die schöne Schärfe von Ingwer , Curry Gewürz und Chilischote dürfen nicht fehlen. Das andere ist nebensächlich. Indisch kochen muss letztendlich auch etwas magisches und fantasievolles in sich haben,volle  Improvisation.

Matar paneer:
Für 4 Personen:

200 Gramm Basmati Reis
1 Dose Kokosmilch
1 El Cashewmus
1 TL Knoblauch- Ingwer Paste ( im Asia Laden vorhanden. Falls nicht zur Hand ein Stück geriebenen Ingwer und 1-2 Zehen Knoblauch, kleingehackt )
Ein paar Kümmelsamen
Garam Masala
Kurkuma
Curry
1 grüne Chilischote
Bockshornklee
Salz
Paprikapulver
1 El Gelbe Curry Paste
3 Tomaten
1 großer Becher tiefgefrorene Erbsen
Öl zum Braten
200 Gramm Panirkäse
Den Reis nach Packungsanweisung zubereiten. Öl in einer Pfanne erhitzen ( ich nehme Ghee oder Kokosöl ) . Gelbe Curry Paste mit Kümmel kurz mit anbraten. 1 grüne Chillischote kleinschneiden und dazutun. Hitze reduzieren, 1 El Cashewmus und etwas Ingwer – Knoblauchpaste zugeben. Mit Garam Masala, Paprikapulver, Kurkuma und Curry ( ich nehme milden Curry ) abschmecken.
3 Tomaten enthäuten und kleinschneiden. Dazugeben. Kokosmilch und Wasser ( nach Gefühl, aber wenig ) dazugiessen. Tiefgefrorene Erbsen zugeben und alles kurz köcheln lassen. Den Käse in kleine Stücke schneiden und kurz in einer separaten Pfanne anbraten. Zur Soße zugeben. Nochmal alles mit Salz, einer Prise Bockshornklee abschmecken, eventuell auch mit anderen Gewürzen. Mit Reis servieren.

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